Kopfschütteln über Wegwerfkultur
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| Presse - zur wam |
„Taste the Waste“ heißt der Film, aus dem diese Szenen stammen. Die preisgekrönte Dokumentation über Lebensmittelverschwendung wurde am Donnerstagabend in Glau gezeigt. Dazu eingeladen hatten der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung und die Johannische Kirche. Das Thema ist brandaktuell. Gerade hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ihre Kampagne „Zu gut für die Tonne“ gestartet. Eine vom Ministerium geförderte Studie hat gezeigt, dass in Deutschland jährlich knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, davon vieles noch genießbar. Die Verschwendung pro Kopf und Jahr beträgt 82 Kilogramm. Auf den Landkreis Teltow-Fläming bezogen heißt das: Rund 13 120 Tonnen Brot, Fleisch, Joghurt, Obst, Gemüse und vieles mehr landen nicht im Magen, sondern im Müll.
Keine wirkliche Neuigkeit, aber die Filmzuschauer im Gemeindezentrum der Johannischen Kirche schienen trotzdem bestürzt. Gebannte Stille während des eineinhalbstündigen Films, hin und wieder sieht man aus dem Augenwinkel ein ungläubiges Kopfschütteln angesichts dessen, was da auf der Leinwand gezeigt wird. Krumme Gurken, die lange nicht für den Handel zugelassen waren – nur weil sie eben krumm waren. Ein abgeerntetes Kartoffelfeld, auf dem lauter Kartoffeln liegen, die nicht mehr für den Verkauf taugen, weil sie zu klein oder zu groß sind und nicht der Norm entsprechen. Container voller Brot und Brötchen. Auch das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum, das die Wegwerfkultur noch weiter befördert, ist Thema. Im Anschluss diskutierten die Zuschauer noch angeregt mit Heidrun Franke von der Verbraucherzentrale Brandenburg, mit Maria Konze von der Potsdamer Tafel und mit Wam Kat, einem Kochaktivisten, der aus vermeintlichem Müll Gerichte für tausende Menschen zaubert. Sein Appell: Es muss ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft stattfinden, jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen, „und zwar dreimal am Tag“.
Ob der Wandel schon im Gange ist? Jedenfalls verzeichnet Angelika Böck von der Luckenwalder Tafel wie ihre Kollegin Maria Konze, dass die „Reste“ aus den Supermärkten weniger geworden sind. „Wir kommen trotzdem klar“, sagt Böck. Immerhin 50 bis 70 Prozent aller Produkte, die im Supermarkt aussortiert werden, seien noch genießbar, aber eben nicht mehr verkäuflich. Andreas Henze, Leiter des Luckenwalder Marktkaufs, führt das vor allem auf die Nachfragemechanismen zurück. „Es muss immer alles da sein, das verlangen die Kunden“, sagt er. Natürlich gehe nicht alles weg. Und wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, fliegt der Artikel aus dem Regal, gnadenlos. „Weil das niemand mehr kauft, auch wenn’s vielleicht noch gut ist.“ (Von Angelika Pentsi)
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Saturday, 25 May 2013 03:37
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