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"MorgenLand"-Festival liefert Impulse

Presse - zur wam
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SCHAAN - Das fünftägige «MorgenLand»- Festival ging gestern mit vielen neuen Ideen für Jung und Alt zu Ende. Die Initiatoren sorgten im Zentrum von Schaan für Impulse zu einer enkeltauglichen Zukunft, die ihresgleichen suchen.

Die Organisatoren Barbara Ellenberger, TAK-Intendantin und Christof Brockhoff vom Verein Benefactum sind sich in der abschliessenden Betrachtung einig: «Das Festival war für uns die Vision, der Kristallisationspunkt und der Höhepunkt der zweijährigen Zusammenarbeit». Hunderte von Menschen kamen zusammen, um für fünf Tage in Workshops, Theateraufführungen, Performances, Konzerten und unzähligen Aktionen über andere Wege in die Zukunft nachzudenken. Die zukünftigen Wege sollten das Prädikat «enkeltauglich» tragen.

«Ihr seid mir einfach ein wenig zu lieb», meinte der Conferencier Sebastian Frommelt fordernd, langsam ungeduldig ob der Worte der Grossenkel, die den Samstag Revue passieren liessen. Doch was machen die Enkel: Sie sprechen nicht davon, nach so vielen Inputs für eine enkeltaugliche Zukunft einen Biogarten anzulegen, sie wollen kein AKW stilllegen und den Kühlturm mit Photovoltaikzellen verkleiden und mit einem Windkraftwerk-Propeller ausstatten. Zumindest sprechen sie nicht davon. «Ich werde ein Stück Regenwald kaufen», meinte einer stellvertretend, nachdem die Moderatoren länger nachgehakt haben. Danach spricht er wieder frei von der Leber. Er freue sich, neben seinem Idol und Profisnowboarder Nicolas Müller auf der Bühne zu stehen. Dies sei sein Highlight der Veranstaltung. Nicolas Müller engagiert sich für die Erhaltung des Amazonas in Brasilien, indem Produkte aus Übersee fair verkauft werden und Käufer für Quadratmeter Urwald gesucht werden und demonstrierte dies an der «Zukunft.schau», der Messe im SAL.

Packende Vorträge

Am Freitag wurde eine von Gegensätzen charakterisierte Wissensgesellschaft skizziert mit entsprechenden Veränderungsmöglichkeiten. Der Samstag stand in diese Hinsicht dem Vortag in keiner Hinsicht nach. Die Vortragenden, die über das Thema der «digitalen Revolution» sprachen, zeigten Witz, Frechheit, Zivilcourage und eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Sie waren authentisch und zogen die Zuhörenden in den Bann. Der Schweizer Historiker Daniele Ganser sprach vom Öl und der bevorstehenden höchsten Erdölfördermenge bei stetig zunehmenden Verbrauch Fossiler Energieträger. Mit einer Weltkarte verdeutlichte er, dass die grössten Ölquellen in den muslimischen Staaten liegen. «Wir leben in spannenden Zeiten. Wir sind hochgerüstet. Bleiben Sie ruhig und friedlich», riet er als Strategie für die kommenden Jahre. Er schnitt auch das Thema der Wahrheitsverschleierung hinsichtlich 11.September 2001 an. Neben den Zwillingstürmen brach ein drittes Gebäude ein, das WTC 7. Er forderte die Anwesenden auf, nationale Daten per Internet international zu vergleichen, gerade was die Ressourcenvorkommen anbelangt.

Der «Yes Men»-Vertreter Mike Bonanno schuf mit einer gefälschten Website eine Kontaktplattform zu GATT/WTO (Welthandelsorganisation). Darauf wurden sie für Tagungsteilnahmen angefragt, wo sie dann auch mit erfrischend neuen Ideen unter Applaus teilnahmen. Nicht immer gingen die Aktionen ohne Verklagung aus. Oscar Morales brachte drei Jahre vor der Revolution in Ägypten, wobei die «Social Media» eine entscheidende Rolle gespielt haben, Millionen von Leuten gegen eine Terrororganisation (FARC) in Kolumbien friedlich auf die Strasse. Derselbe sprach später im Workshop im SAL von den zensierten Internetseiten in China. Dieselben Webseiten würden in China anders ausschauen als in Mitteleuropa. Der Snowboardprofi Nicolas Müller sprach vom Selbstvertrauen, was man haben müsse, wenn man von einem Helikopter auf 4000 Meter auf dem Gipfel abgesetzt werde. Da nütze die beste Versicherung nichts.

Geteilte Authentiziät

Die Vortragenden und Enkel teilten eine Gemeinsamkeit der Authentizität. Es ging ihnen nicht ums glänzen, obwohl sie teilweise mit ihren Vorträgen schlicht und einfach brillierten. Die dichte Form von potenten Rednern war höchstwahrscheinlich in dieser Form noch nie in Liechtenstein vorhanden. Leider war unter den Hauptrednern keine weibliche Stimme.

Rat eines Seniors

Es gelte diese Worte und Gedanken laut Mario Broggi, Ökologe der ersten Stunde, setzen zu lassen. Die sehr vielen gebotenen «Good practices» können als Orientierung für neues Handeln herangezogen werden. Bilder und Beispiele sind ausschlagkräftig: Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz präsentierte mit ansprechenden Visualisierungen mögliche Aufweitungen des Rheins. Moritz Rheinberger, Geschäftsführer der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) nahm auch neben Regierungschef Klaus Tschütscher an der Pecha Kucha Night am Freitagabend teil. Dies bot die Möglichkeit, Ansichten im direkten Kontakt auszutauschen.

Durchhaltevermögen der Kulturschaffenden

Die Performance um Arno Öhri, Beate Frommelt und Performancekünstler auf dem Rathausplatz bewies, dass Künstler Durchhaltevermögen besitzen. Der Rhythmus einer mehrstündigen Performance wurde gehalten. Der geschlagene Rhythmus auf der Milchtanse erinnerte an das Duo Stimmhorn aus der Schweiz, das eine Melkmaschine zum Klingen bringt. Im «MorgenLand» ist der Raum da, um Ideen weiterzudenken: Ein Alpenfestival in Malbun, das traditionelle und hybride Klänge aus den Bergwelten der Welt in einem Festival verbindet könnte eine Folgeveranstaltung sein: Vom Alphorn über die Melkmaschine bis zum Obertonsingen aus der Mongolei.

Die Kulturministerin Aurelia Frick packte gleich mehrere Stunden in der Festivalküche um Wam Kat, Benjamin Kranz und Martin Real an.

Die Firma Lenum bewertete die Ausstellungen der Zukunft.schau nach ihrem ökologischen Fussabdruck. Als Sieger ging die LGU mit ihrem Stand zur Alpenrheinrevitalisierung hervor. Von den Enkeln als bester Stand gewählt wurde der «Atlanticrainforest»-Stand, an dem sich der Profisnowboarder Nicolas Müller engagierte für den Schutz des Regenwalds einsetzt.

Gerald Koller setzte am Sonntagmorgen den Impuls zur "zwischenmenschlichen Klimaerwärmung". Er hatte ein inniges Verhältnis zu seiner Grossmutter, die ihn als Kind auch zum Klettern mitnahm.  Sie beobachtete genau, welche Griffe er gerade noch selbst meistern konnte und griff ein, wenn er Hilfe brauchte. Er fühlte sich geborgen bei seiner Grossmutter, die für ihn Heimat schuf und gleichzeitig auch für Abenteuer stand.

http://2011.multimedia.morgenland.li


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