Fundbuero

Wo und was haben die Leute in Heiligendamm eigentlich gegessen? Nein, nicht die hinter dem G-8-Zaun, sondern diejenigen, die sich davor alle Freiheiten des zivilgesellschaftlichen Dagegenseins genommen hatten. Sie wurden vom Niederländer Wam Kat und seinem mobilen Kochkollektiv Rampenplan versorgt. Und sie wurden nicht nur „eben mal versorgt“, sondern „mit Botschaft“ bewirtet: Vegetarisch, regional, lecker, ökologisch. AktivistInnen, DemonstrantInnen, BesetzerInnen zu verköstigen, das hat Wam Kat (Jahrgang 1955) quer durch die jüngere, mit Friedens- und Anti-Atom-Pickerln gepflasterte Geschichte getan. Die Sicht- und Handlungsweisen, die Wam Kat dabei entwickelte, serviert er uns nun als Kochbuch der besonderen Art. Sagte Brecht, erst kommt das Fressen, dann die Moral, kommt hier die Moral (sprich Politik, Engagement und Idealismus) schmack- und nahrhaft selbst auf den Tisch. Oder wie es im Klappentext heißt: „24 Rezepte und ihre Geschichte. Ein Buch das Lust darauf macht, die Dinge nicht nur in der Küche selbst in die Hand zu nehmen.“ Eine Doppel-Empfehlung somit.

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Pazifistisch korrekt

Was ist ein Friedensburger? Da wird nicht geschlachtet oder geschächtet. Man schneide Zwiebel und Paprika in ganz kleine Würfel und vermische sie mit gekochtem Buchweizen, Vollkornmehl, gehackten Nüssen und Rosinen zu einem Brei, würze mit Koriander, Kumin, Kurkuma und Pfeffer. Die gebratenen oder gerösteten »Bouletten« werden mit Salat garniert, mit Mayonnaise oder Ketchup verziert und zwischen zwei Brötchenhälften gesteckt. Ein vegetarisches Gericht, das sogar schmeckt.

Von Karlen Vesper (Neues Deutschland)

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Rezepte zur Weltverbesserung

Wolfram Nolte sprach mit dem kochenden und schreibenden Friedensaktivisten Wam Kat.

Der aus Holland stammende Wam Kat bekocht seit mehr als 20 Jahren mit seinem Team in verschiedenen fahrbaren Großküchen politische Bewegungen auf ihren Demonstrationen. Aus Anlass des Erscheinens seines Kochbuchs „24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung“ sprach eurotopia-Redakteur Wolfram Nolte mit ihm.

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Missionar am Kochtopf

Wam Kat ist linker Aktivist, Autor und Koch. Und zwargenau in dieser Reihenfolge.
Wenn der Niederländer nun ein Kochbuch geschriebenhat, dann liegt dies an der sozialen Komponente desEssens. Denn anhand von Rezepten lässt sich durchaus anschaulich erzählen, was in unsererGesellschaft derzeit falsch läuft.Wam Kat kocht vegan und für eine bessere Welt. Seine Zutatensind: viel Idealismus, ein wenig missionarischerEifer, etwas Selbstironie und Tofu. Das Konzept hat Erfolg. – Mittlerweile kocht übrigens einFreiburger Kollektiv mit den Töpfen aus KatsVolksküche. Der Kochlöffel wird also weitergegeben.

—ah

ALBERTA

Magazin für Studierende der Freiburger Hochschulen

Kost und Logis

Vielleicht macht es die Finanzkrise ja bald notwendig, Tausende zu speisen, die hungrig durch die Strassen ziehen. Da kommen «Wam Kats 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung» mit ihren Hinweisen zur Sättigung grosser Menschenmengen gerade recht. Doch dieses Kochbuch ist eigentlich gar keins, sondern viel mehr: persönliches Tagebuch, Fotoalbum, lebendige Geschichte der politischen Bewegungen der letzten vierzig Jahre, Anekdotensammlung und Nachschlagewerk. Der niederländische Politaktivist Wam Kat kann mitreissend erzählen; fasziniert folgen wir ihm durch Kindheit und Jugend in Amsterdam, an Blockaden gegen Atomkraftwerke und Aufrüstung, in die Flüchtlingslager des Balkankriegs bis hin zum G8-Gipfel nach Heiligendamm.

Von Karin Hoffsten, woz, die wochenzeitung

 

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