Ein Leben neben der Spur

Wam Kat (53), Autor und Journalist, ist für manche ein Althippie, weil er gegen Atomkraftwerke protestiert und die Friedensbewegung auf dem Balkan unterstützt hat. Er war Chef der Pazifistischen Sozialistischen Partei. In den 80er Jahren gründete er das Kochkollektiv "Rampenplan", das seither Demonstranten - wie beim G8-Gipfel in Heiligendamm - bekocht. Jetzt hat der Aktivist ein Buch geschrieben. "Wam Kats 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung" (Orange Press) erzählt Geschichten aus dem Leben des weit gereisten Politkochs, der es gar nicht mag, wenn man ihn mit "Sie" anspricht. Mit den SN plauderte er über Woodstock, Mahatma Gandhi und Gemüse-Nazis.

STEPHAN KLIEMSTEIN  (Salzburger Nachrichten)

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Friedensaktivist am Kochtop

Neues Volkstheater Fläming lädt zu kulinarischem Erzählnachmittag ein

NIEMEGK - Zum fünfjährigen Jubiläum in der Reihe „Biografisches Erzählen“ lädt das Neue Volkstheater zu einem besonders kulinarischen Erzählnachmittag ein:

Dort wird nicht nur aus dem Leben erzählt, sondern dabei auch mit Überzeugung gekocht. Am Herd wie am Mikrofon steht der niederländische Koch und Friedensaktivist Wam Kat im Mittelpunkt, der seit 1995 in Belzig lebt. „Mancher Konflikt löst sich in Luft auf, wenn man etwas Gutes zusammen isst“, lautet das Grundrezept des leidenschaftlichen Kochs und Geschichtenerzählers. Das Besondere an Wam Kats Kocheinsätzen sind die äußeren Bedingungen.

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Volxkueche mit Wam Kat

wkrLäßt sich mit dem Kochlöffel die Welt verbessern? Ja, meint Wam Kat, niederländischer Koch, der seit 30 Jahren mit seiner mobilen Küche Protestbewegungen "durchfüttert". Am Donnerstag, 18. September, ist Wam zu Besuch bei der neu gegründeten "Volxküche" im "Rhizom, Bachstraße 27. Er stellt dabei sein neues Buch vor: "24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesseung", und ausserdem wird natürlich zusammen gekocht und gegessen.
Wam Kat erzählt Geschichte aus einer einzigartigen Perspektive: aus der Sicht eines Kochs, der soziale Bewegungen auf hohem Niveau mit Nahrung versorgt und so Normalität schafft, wo Ausnahmezustände herrschen. Anfang der 80er Jahre organisierte er mit seinem Kollektiv Rampenplan mobile Küchen, um Demonstrationen, zB. der Anti-Atombewegung, mit Bio-Food zu versorgen. Seitdem ist die Politik der Küche sein Thema: im Jugoslawienkrieg ernährte er Flüchtlinge in Lagern, beim G8-Gipfel in Rostock stärkte er auf den Camps Tausende von Aktivisten mit gesundem Essen. Mit seiner Küche repariert er soziale Kollateralschäden und sorgt für kulturellen Austausch.
Bei seinem Besuch im "Rhizom" erzählt Wam, was Kochen mit Politik zu tun hat. Dabei geht's nicht nur um so altbekannte Fragen wie Vegetarismus und ökologische Landwirtschaft, sondern auch um die de-eskalierende Wirkung von Suppe, oder wie man im Krieg verfeindete Parteien an einen Tisch bekommt.
Kochen ist ein Stück Autonomie. In seinem Buch lädt Wam Kat dazu ein, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen - nicht nur in der Küche. Nebenbei ist es auch ein Stück erzählte Geschichte der Protestkultur der letzten 30 Jahre. Wam ist am Donnerstag ab 18 Uhr im Rhizom, neben der Buchvorstellung kocht er gemeinsam mit den Gästen öffentlich, das Essen gibt?s auf Spendenbasis. Wir hoffen auf zahlreiche interessierte und hungrige BesucherInnen!

Pumuck, Ravensburg, 9/2008

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Man ist, was man isst

Kochbuchautoren haben meist kein kleines Sendungsbewusstsein. Doch wie groß muss es sein, wenn gleich zur "kulinarischen Weltverbesserung" aufgerufen wird? Tatsächlich ist Wam Kat, 1955 in den Niederlanden geboren, vor allem Aktivist, dann erst Autor, Journalist und Koch. Kein gewöhnlicher, seit gut 25 Jahren kocht Kat auf Großdemos, zuletzt in Rostock bei den Protesten gegen den G8-Gipfel. Er und das Kollektiv "Rampenplan" haben das alte Modell der Volksküche für die linke Szene neu aufgelegt. Sie verzichten auf Fleisch, kochen häufig vegan und kaufen das Gemüse aus Gründen der eigenen Glaubwürdigkeit bei Biobauern. Mehr als einmal waren Kat und der "Rampenplan" für das Essen von mehr als 5000 Menschen verantwortlich. Nicht ohne Selbstironie sagt Kat: "Seit Jahren eilt der Küche der Ruf voraus, dass sie leckeres Essen in Riesenmengen ausstoßen kann – etwas, das zu meiner Zeit eher die Ausnahme war."

5162269 Obst und Gemüse gibt’s für Wam Kat nur vom Biobauern. | Foto: Kai Pelka

 

 

 

 

von: Annette Hoffmann, Badischen Zeitung, Freiburg, 12 September 2008

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Der Johannes B. Kerner der Anti-Atombewegung

"Die Sex Pistols liebten frittierte Wurst"

Er hat die niederländischen Pazifisten angeführt und in zerbombten jugoslawischen Städten Karneval gefeiert. Nun hat Wam Kat ein politisches Kochbuch herausgebracht und stellt dies in der taz vor.

wam im rostock

Bietet auf Festivals und Demos einen Hort der Bürgerlichkeit: Wam Kat    Foto: malte kreutzfeldt

INTERVIEW: DANIEL SCHULZ, TAZ, Berlin, 2 Juli 1008

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